Stefan BaumgartNeue Regelung in Kraft.

Was im Jahre 2004 in Niedersachsen als Modellversuch „Führerschein mit 17“ begann, ist nun seit dem 1. Januar in ganz Deutschland Gesetz. Jugendliche dürfen bereits mit 17 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen ein Kraftfahrzeug bis 3,5 t zulässiger Gesamtmasse fahren. Die Erfahrung und die entsprechenden Statistiken haben gezeigt, dass junge Fahranfänger überdurchschnittlich an Unfällen beteiligt sind. Mangelnde Fahrerfahrung ist zumeist die Ursache, wobei das eigene Können überschätzt und kritische Situationen unterschätzt werden. Fahranfänger, die sehr oft mit 17 Jahren in Begleitung gefahren sind, sind wesentlich sicherer unterwegs und verursachen zudem auch weit aus weniger Unfälle, wenn sie ab 18 Jahren alleine hinterm Steuer sitzen. Diese Änderung hat also entscheidend mehr Sicherheit auf unseren Straßen gebracht.

Voraussetzungen

Der Jugendliche darf sich mit 16,5 Jahren in der Fahrschule anmelden. Zu den sonstigen Unterlagen nennt er einen oder mehrere Begleiter mit Zustimmung des gesetzlichen Vertreters. Sind die beiden üblichen Fahrprüfungen erfolgreich bestanden, bekommt man mit dem 17.  Geburtstag eine spezielle Fahrerlaubnis.  Auf dieser Prüfbescheinigung stehen die Namen der Begleiter. Erst ab dem 18. Lebensjahr wird der richtige Kartenführerschein ausgehändigt. Aber auch die Begleiter haben einige Anforderungen zu erfüllen: Das Mindestalter ist 30 Jahre, man muss mindestens 5 Jahre den PKW- Führerschein besitzen und darf nicht mehr als 3 Punkte in Flensburg haben. Sonstige wichtige Empfehlungen gibt Ihnen der Fahrlehrer Ihres Vertrauens.

Was ist noch zu beachten?

Die Fahrberechtigung mit 17 Jahren gilt nur in Deutschland, nicht im Ausland! Ohne Begleitperson darf der junge Fahrer Fahrzeuge der Klassen M, L und S fahren. Darunter fallen z.B. Kleinkrafträder bis maximal 50 ccm und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Fazit

Heute ist es so, dass sich 80 % der Fahrschüler für das begleitete Fahren entscheiden. Uns Fahrlehrern bereitet jedes Ausbildungsalter Freude und es lässt sich sagen, dass sich die Ausbildung der 17-jährigen nicht schwieriger gestaltet. Oftmals ist sogar mehr Lernwille in dieser Altersgruppe zu erkennen. Das schlägt sich auch positiv bei den Fahrprüfungen nieder.

Gute Fahrt!

Steffen Baumgart,

Fahrlehrer der Fahrschule Baumgart in Büdingen